Internationale Medienrecherche enthüllt Verbindungen zwischen Malta-Firmen und illegalem Glücksspiel in Deutschland
Yves Hughes · Sep 26, 2026

Internationale Medienrecherche enthüllt Verbindungen zwischen Malta-Firmen und illegalem Glücksspiel in Deutschland

Eine gemeinsame Recherche mehrerer europäischer Medien hat Malta-basierte Unternehmen mit unzulizenzierten Online-Glücksspielangeboten in Deutschland in Verbindung gebracht und dabei Dokumente der Malta Gaming Authority sowie der Curaçao Gaming Authority ausgewertet. Die beteiligten Organisationen umfassen NRK, NDR, SVT und Follow the Money, während Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann maßgeblich an der Analyse mitwirkte. Die Berichte stützen sich auf interne Unterlagen, die Verbindungen zu Plattformen wie Platincasino und Softswiss aufzeigen, wobei Platincasino als größtes illegales Casino in Deutschland beschrieben wird.
Beteiligte Akteure und Methodik der Recherche
Die Untersuchung kombiniert Daten aus gehackten Behördendokumenten mit öffentlich verfügbaren Informationen und deckt Offshore-Strukturen auf, die den Betrieb ohne deutsche Lizenz ermöglichten. Forscher und Journalisten prüften Verbindungen zu Glücksspielaktivitäten, die sich gezielt an deutsche Nutzer richteten, während die Betreiber Sitz in Malta oder Curaçao hatten. Beobachter stellen fest, dass solche Konstruktionen häufig genutzt werden, um regulatorische Anforderungen zu umgehen, und die Recherche liefert konkrete Beispiele für Zahlungsströme sowie Serverstandorte.
Finanzielle Dimensionen und Steuerschätzungen
Schätzungen innerhalb der Berichte beziffern den ausstehenden deutschen Glücksspielsteuerbetrag auf bis zu 250 Millionen Euro, der durch diese Aktivitäten entstanden sein soll. Die Dokumente zeigen Transaktionen und Wettvolumina, die über Jahre hinweg ohne entsprechende Abgaben abgewickelt wurden. Experten, die sich mit Steuerrecht im Glücksspielbereich befassen, weisen darauf hin, dass solche Summen auf systematische Umgehung von Meldepflichten hindeuten, wobei die Offshore-Strukturen eine zentrale Rolle spielten.
Die Polizeioperation im September 2026
Die Medienrecherche steht in direktem Zusammenhang mit einer deutschen Polizeimaßnahme, die im September 2026 nach dreijährigen Ermittlungen durchgeführt wurde. Dabei kam es zu einer Festnahme und zur Beschlagnahme von Vermögenswerten im Wert von rund 82 Millionen Euro. Die Ermittlungen umfassten Wettvolumina von nahezu 6 Milliarden Euro, die über die betroffenen Plattformen abgewickelt worden sein sollen. Ermittler dokumentierten dabei Netzwerke, die mit den Malta- und Curaçao-Verbindungen korrespondieren.

Technische und regulatorische Hintergründe
Die ausgewerteten Unterlagen der Malta Gaming Authority und der Curaçao Gaming Authority liefern Einblicke in Lizenzvergaben und Überwachungsmechanismen, die in den betreffenden Fällen nicht greifen konnten. Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann und die beteiligten Teams identifizierten Muster bei Domain-Registrierungen, Zahlungsabwicklungen und Werbemaßnahmen, die auf deutsche Spieler abzielten. Behördenvertreter erklären, dass solche Strukturen oft über mehrere Jurisdiktionen verteilt sind, um Zugriff und Kontrolle zu erschweren, während die deutschen Regelungen eine Lizenzpflicht vorsehen.
Die Recherche zeigt auf, wie die genannten Malta-Firmen und Softswiss in das Netzwerk eingebunden waren und welche technischen Mittel zum Einsatz kamen, um den Zugang aus Deutschland zu ermöglichen. Daten aus den Dokumenten belegen wiederholte Transaktionen und Nutzeraktivitäten, die ohne die erforderlichen Genehmigungen stattfanden. Journalisten der beteiligten Medien haben diese Erkenntnisse mit den Ergebnissen der Polizeieinsätze abgeglichen und Übereinstimmungen bei den betroffenen Entitäten festgestellt.
Rechtliche Konsequenzen und laufende Verfahren
Die Festnahme und die Vermögenssicherung im September 2026 bilden einen vorläufigen Abschluss der dreijährigen Ermittlungen, während die Medienrecherche weitere Hintergründe liefert. Deutsche Behörden prüfen derzeit zusätzliche Maßnahmen gegen die identifizierten Strukturen, und die ausstehenden Steuerforderungen bleiben Gegenstand von Verfahren. Vertreter der Malta Gaming Authority verweisen auf ihre allgemeinen Zuständigkeiten, ohne auf die konkreten Fälle einzugehen, während die Curaçao Gaming Authority ähnliche Positionen einnimmt.
Fazit
Die gemeinsame Recherche hat konkrete Verbindungen zwischen Malta-basierten Entitäten und unzulizenzierten Angeboten in Deutschland offengelegt und liefert damit neue Erkenntnisse zu den finanziellen und operativen Dimensionen. Die Polizeimaßnahmen und die ausgewerteten Dokumente ergänzen sich zu einem umfassenderen Bild der Vorgänge. Weitere Entwicklungen in den laufenden Verfahren werden zeigen, wie die beteiligten Behörden mit den identifizierten Strukturen umgehen.